Rückblick-Das erste Monat mit dem imsein Online-Shop

Rückblick-Das erste Monat mit dem Online-Shop

imsein Online-Shop Rückblick

Kann 1-Mann/Frau/Divers mit einem Online-Shop schnell Geld verdienen?

Nachdem ich erfolgreich meine Ausbildung zum "Online-Marketing-Manager IHK" beendet hatte, wollte ich endlich auch mal was verkaufen. Mein Jugendtraum war schon immer ein kleiner Esoterik-Laden, wo ich nur Artikel verkaufe, die ich auch liebe. Ich musste noch mein Trauma verarbeiten, von meiner Ausbildung als Einzelhandelskaufmann für den Fachbereich Spielwaren. Ich bekam regelmäßig Ärger mit meinem Chef, weil ich keine Krawatte tragen wollte und zur Strafe mußte ich dann Kleinspielzeug verkaufen. Remote-Control-Porsche für 9,90 Deutsche Mark, die sich nur rückwärts fahrend lenken lassen. Bis zur Maueröffnung kaufte kein Mensch sowas, nach der Maueröffnung boomte mein Regal und ich wurde zur Bastelabteilung strafversetzt, weil mein Chef wollte dort keinen Krawattenlosen; tja, nix Nintendo und Sega.

Also jetzt wird verkauft, wozu ich auch wirklich Lust habe, ohne Krawatte. Mit Produkten, mit denen ich mich wirklich schon immer seit meinem Kirchenaustritt identifizieren kann.

In diesem Artikel möchte ich einen Rückblick auf meine ersten 4 Wochen mit dem Online-Shop werfen. Viel Spaß damit! Achso, zurück zur Eingangsfrage. Die Antwortet lautet: "NEIN".

Überblick

Mein Shop-System

Ich bin eigentlich spezialisiert auf Wordpress. Ich entwerfe keine eigenen Designs, aber es gibt nicht mehr viel, wo ich mit Wordpress nicht zurecht komme. Ich habe auch schon einen kleinen Online-Shop für eine aufstrebende Metalcore-Band erstellt, mit dem wohl meist benutzen Tool für Online-Shops in Wordpress, WooCommerce. Man kann es sehr individuell einstellen, wenn ich aber 2x den Support anrufen muss, weil Paypal nicht funktioniert, ist mir das zu nervig. Also habe ich mich nach einer Alternative umgesehen und mich für ein boomendes Shop-System entschieden mit dem Namen Shopify. Der einzige Nachteil ist hier, man zahlt eine monatliche Grundgebühr und Shopify verdient an jedem Verkauf zusätzlich mit. Aber die Vorteile überwiegen absolut:

  • Der Bezahlvorgang funktioniert einwandfrei und man muss sich nicht um die Einstellungen kümmern.
  • Die deutsche Version ist inzwischen weitgehend übersetzet.
  • Die angebotenen Designs sind ansprechend, allerdings auch teuer.
  • Man kann schön im Quellcode rumpfuschen.
  • SEO technisch ist es weitgehend individuell einstellbar, ist aber noch nicht optimal.
  • Es gibt inzwischen jede Menge Apps und eine Vielzahl von vollautomatischen Marketingmöglichkeiten.

Das größte Problem: die Bilder

Ich habe ja mit vielen Problemen gerechnet, was ich aber gar nicht auf dem Schirm hatte, attraktive Produktbilder.

Ich beziehe meine Produkte natürlich von Großhändlern. Der eine erlaubt die Verwendung seiner Bilder, allerdings nicht für Social Media und dazu sind einige Bilder noch mit seinem Wasserzeichen versehen. Da kann ich auch Produkte ohne Bilder reinstellen. Der andere Großhändler meint, man könne die Bilder schon verwenden aber es kann Ärger geben. Man müsste mit den Herstellern sprechen, aber dann habe ich auch wieder Bilder in unterschiedlichen Style und unhandlichen Größen.

Dann mache ich eben meine eigene Bilder. Tja nun weiß ich auch, warum gute Fotografen teuer sind. Ich arbeite daran besser zu werden 🤣. Ganz ehrlich, da hab ich kein Talent für. Es wird der Tag kommen, wo ich mir einen Fotografen 📷 leisten kann.

Dropshipping 

Mit meinen Großhändlern bin ich bisher ganz zufrieden. Die ersten Bestellungen sind zuverlässig angekommen und die Waren sind gut verpackt. Inzwischen kenn ich mich auch mit Shipping-Kosten aus und weiß warum Warensendungen vor Weihnachten länger dauern. Der eine Großhändler geht über Weihnachten in den Urlaub 🏖. Gönn ich ihm, ich bin nur froh, dass meine Bestellung bisher noch sehr übersichtlich sind 😉.

Rechtsschutz und Bewertungsportale

Ich hatte mich ja schon vor der Einführung der DGSVO intensiv mit dem Datenschutz und der Rechtssicherheit von Internetseiten beschäftigt. Dank meiner zahlreichen, mal erfolgreichen, mal nicht erfolgreichen Studien 👨‍🎓, bin ich eigentliche auch mit dem BGB ganz gut auf dem Laufenden. Die Rechtssicherheit eines Online-Shops ist aber schon fast eine Kunst für sich. Seelig sei der, der in China eine Shop anmelden und sich das mit der Umsatzsteuer sparen kann. Er kann sich auch einen nervigen Cookie-Banner sparen und eine Datenschutzerklärung in dem Umfang eines 100-seitigen Taschenbuchs. Ist das gerecht ⚖? Selbstverständlich, bei mir steht der Verbraucherschutz oben an und ich bin ja nur ein kleiner virtueller Tante-Emma-Laden, der mit Vertrauen und deutscher Rechtssicherheit wirbt 😇. Das wird der Kunde langfristig sicher würdigen 🤓. Aber nervig ist es schon. Als mir dann noch das neue Verpackungsgesetzt in die Quere kam, war ich schon nahe dran aufzugeben. Aber es gibt ja im WWW 🌍inzwischen jede Menge Rechtsportale und Händlerbünde, die einem in Rechtsfragen beraten, AGB's erstellen, bei Abmahnungen beraten und dir auch noch eine Siegel verleihen, inkl. Bewertungsportal mit Audit. Natürlich zahlt man auch hier wieder einen monatlichen Betrag. Das Geld geht dann auch jeden Monat auf das Konto von Dienstleistern, die ihr passives Einkommen mehren, während du noch nichts verkauft hast.

 Marketing

Ohne die Investition in Marketing wirst du am Anfang schlichtweg auch nichts verkaufen. Selbst wenn du von Beginn an SEO-technisch optimierst, wirst du kaum noch eine Nische finden, wo du selbst mit einem Longtail-Keyword sofort rankst (klingt voll professionell 😎). Wenn du im Internet Interesse zeigst für SEO, Marketing, Sales-Funnel oder ähnliche Begriffe wirst du mit Werbung auf allen Kanälen regelrecht zugesch....💩. Alle erzählen dir, wieviel Geld sie verdienen mit ihren Optimierungskampagnen. Ich werde meine selber machen 😝. Mit dem Erfolg, dass mich das Google Merchant Center für meine Google-Shopping-Kampagne gleich gesperrt hat 😢.

Sperrung des Google Merchant Center

Hab ich schon was verkauft?

Die alles entscheidende Frage ist natürlich, hat er schon was verkauft? Ja hat er! Die Kunden sind aber alle mit mir verwandt oder sind Freunde. Das positive, die Verwandtschaft spricht noch mit mir und Freundschaften wurden auch noch nicht gekündigt. Bezahlvorgang, Lieferung und die Produkte passen. Meiner fürther Kundschaft liefert der Chef 🛵sogar persönlich aus. Wenn das mal kein einzigartiger Kundenservice ist. Das ist mein USP 😇. "Mal schaun", wie lange ich das durchhalte.

Wie geht es weiter?

Spektakuläre Aktionen sind erst mal nicht zu erwarten, ich bin sozusagen noch am einrichten. Erst wenn der Shop einigermaßen gefüllt ist und ich meinen Disput mit Google Shopping ausgetragen habe, erst dann werde ich Marketing machen. Bis dahin werden ich versuchen einigermaßen ansprechende Bilder zu machen, in der Hoffnung, dass ich mir irgendwann einen Fotografen leisten. Das Weihnachtsgeschäft lass ich erstmal sausen, um im nächsten Jahr Amazon das Fürchten zu lehren 🧟.

Ich wünsche allen zukünftigen Kunden von imsein ein gesegnetes Weihnachtsfest in voller Achtsamkeit und Stille.

Euer Christian